Bei diesem Kurs handelt es sich um einen praxisorientierten Kurs zur osteopathischen Behandlung des Mannes mit Dysfunktionen/Beschwerden im andrologischen/urogenitalen Bereich mit einem hohen Praxisanteil.
Dieser Kurs wird aber nicht nur den osteopathischen Zugang zu andrologischen Beschwerden abdecken, sondern es sind ergänzend Impulsvorträgen aus dem Bereich der Schulmedizin, Physiotherapie und Psychotherapie / Sexualtherapie von ExpertInnen eingeplant.

In den letzten Jahren ist die Gesundheit der Frau („Women´s Health“) in der Osteopathie sehr populär geworden. Sehr viele Frauen mit gynäkologischen Problemen finden in der Osteopathie entsprechende Hilfe und Unterstützung.
Heutzutage leiden aber auch viele Männer, auch schon jüngere, oftmals stillschweigend an Problemen und Erkrankungen des Urogenitalbereiches. Dazu gehören z.B. Probleme, die durch eine benigne Hyperplasie der Prostata entstehen oder die postoperativ die Folge einer leider oft notwendigen Prostektomie, wie z.B. Inkontinenz, sind.
Aber Männer leiden sehr häufig auch unter diffusen Beckenschmerzsymptomatiken, Varikozelen, chronischer Prostatitis, Erektionsstörungen und verminderter Fertilität oder gar Infertilität. Es wird beispielsweise geschätzt, dass heutzutage in über 50% der Fälle eines nicht erfüllten Kinderwunsches, die Ursache beim Mann zu suchen ist.

Viele Männer scheuen sich auch offensichtlich davor, mit diesen Problemen eine Osteopathin / einen Osteopathen aufzusuchen. Auch ist es scheinbar noch zu wenig bekannt, dass Osteopathie Männern mit Problemen und Erkrankungen im andrologischen Bereich helfen kann. Vereinzelt deuten Studienergebnisse aber bereits darauf hin, dass osteopathische Behandlungen z.B. bei Infertilität oder nach einer Prostektomie hilfreich und effektiv sein können.

Aber es gibt scheinbar auch einen Mangel an OsteopathInnen, die sich für dieses wichtige Thema vertiefend interessieren und entsprechend fortgebildet sind. In der osteopathischen Grundausbildung bzw. auch im osteopathisch - postgraduellen Fortbildungsbereich spielt das wichtige Thema Männergesundheit eine bisher leider eher untergeordnete Rolle.

Dieser Kurs wird sich ausschließlich dem Thema Männergesundheit im ganzheitlichen Kontext der Osteopathie widmen. Auf Basis der Embryologie, Anatomie und Physiologie des männlichen Urogenitalbereiches, der osteopathischen Denkmodelle und Philosophie sollen osteopathische Behandlungsmöglichkeiten und das osteopathisch–therapeutische Management von Männern mit Dysfunktionen und Erkrankungen des andrologischen Bereiches aufgezeigt werden.

Ergänzend sind Impulsvorträge zu folgenden Themen vorgesehen:

  • Schulmedizin / Andrologie: Einführung in die schulmedizinische Diagnostik und Therapie der wesentlichen andrologischen Erkrankungen
  • Physiotherapie: aktives Training der Beckenbodens für den Mann und zusätzliche Behandlungsverfahren für den männlichen Beckenboden (z.B. Biofeedback)
  • Psychotherapie / Sexualtherapie: Strategien und Ratschläge im Umgang und für die Kommunikation mit sensiblen und intimen Themen wie z.B. sexuelle Funktionsstörungen

Ein hoher Praxisanteil in diesem Kurs soll ausreichend Zeit dafür geben, um sich mit der Palpation und mit der Behandlung im männlichen Urogenitalbereich vertiefend vertraut zu machen.

Bei einem entsprechenden hohen Anteil an männlichen Teilnehmern besteht auch die Möglichkeit, auf interne / rektale Behandlungsmöglichkeiten einzugehen, die sich bei der Behandlung von Männern z.B. mit Dysfunktionen der Prostata oder bei Infertilität als sehr effektiv erwiesen haben.

Ein Pre-Learning Skriptum wird den TeilnehmerInnen zur Einstimmung auf das Thema Männergesundheit zur Verfügung gestellt.

Dauer: 4 Tage mit Theorie und Praxis (etwa 60 % : 40 %)

Inhalte

Anatomie und Physiologie der inneren und äußeren männlichen Geschlechtsorgane:

  • Prostata
  • Cowper Drüsen
  • Bläschendrüsen
  • Hoden, Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Penis
  • Urethra

Außerdem:

  • Physiologie der Erektion
  • Physiologie der Ejakulation
  • Spermatogenese
  • Hormonelle Steuerung
  • Wiederholung: männliches Becken, Beckenboden, Os coccygis

Andrologische Krankheitsbilder (Theorie im osteopathischen Kontext)

  • Männliche Infertilität
  • Erkrankungen der Prostata (BPS, Prostatakarzinom, u.a.)
  • Störungen der psychosexuellen Funktionen (z.B. Erektionsstörungen) 
  • Erkrankungen der Hoden (z.B. Varikozelen)
  • Erkrankungen der Nebenhoden

Praxis / Osteopathie

  • Anamnese: Symptome erfragen / erkennen
  • Inspektion
  • Externe und interne Palpation
  • Osteopathische Behandlung mit externen und – sofern gewünscht – internen Techniken (z.B. in Anlehnung an JP Barral)
  • Revision: Behandlung von Beckenboden, Coccygis, N. pudendus

Impulsvorträge:

  • Schulmedizinische Diagnostik und Therapie der wichtigsten andrologischen Dysfunktionen
  • Aktive Behandlung des männlichen Beckenbodens & zusätzliche Therapieverfahren (z.B. Biofeedback)

Psychotherapie / Sexualtherapie: Kommunikation und Umgang mit intimen & sehr persönlichen Thematiken speziell beim Mann

Zur Verfügung gestellt wird ein Skriptum für Theorie & Praxis.


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