Patienteninformation


Was ist Osteopathie? Die Untersuchung Die Kosten
Dauer und Häufigkeit Die Behandlung Die Hauptindikationen

Der wichtigste Grundsatz in der Osteopathie lautet: "Leben ist Bewegung". Daher sucht der Osteopath überall im Körper nach Bewegungseinschränkungen, die aus Sicht der Osteopathie verantwortlich für Schmerz und Krankheit sind.

Untersuchung

Die Untersuchung beginnt mit einer ausführlichen Befragung über Dauer, Qualität, Intensität und Begleitumstände der Beschwerden, vorausgegangene Erkrankungen, Unfälle, Operationen und vieles mehr. Daran schließt sich die Untersuchung der Haltung und der Beweglichkeit aller wichtigen Gelenke der Muskulatur und des Bindegewebes im Sitzen und im Liegen an.
Auch die Pulsationen der Schädelstrukturen werden überprüft, wie auch die Mobilität der Inneren Organe. Beschwerden können grundsätzlich immer ihren Auslöser in einem ganz anderen Bereich des Körpers haben, weil die Systeme untereinander dicht vernetzt sind!
Röntgenbilder
werden auch in die Beurteilung einbezogen und sollten nach Möglichkeit schon zum ersten Termin mitgebracht werden.

Behandlung

Die Behandlungstechniken sind sehr vielfältig und richten sich nach der Konstitution des Patienten und der vorliegenden Störung. Dazu gehören sanfte Mobilisationen, Dehnungstechniken, Muskelan- und -entspannung, aber auch gezielte schnelle Impulse, die manchmal von dem bekannten "Knacken" begleitet werden. Immer wird die Elastizität und Reaktion der Gewebe mitberücksichtigt.
Die Techniken sind in der überwiegenden Mehrzahl nicht schmerzhaft, werden vorher erklärt, und der Patient wird aufgefordert, einen etwaigen Schmerz sofort zu melden.
Manche Osteopathen haben sich auf das Craniale System spezialisiert und nehmen von dort aus Einfluß auf den gesamten Körper.
Wenn Osteopathie die richtige Behandlungsform für Ihren Fall darstellt, dann sollte sich spätestens nach der dritten Behandlung eine Besserung einstellen. Ist dies nicht der Fall, so kann oft der Osteopath Ihnen sagen, wo ihre Beschwerden effizienter behandelt werden können (z. B. können Symptome auch von den Zähnen, der Psyche oder einer gestörten Darmfunktion ausgelöst sein).

Eventuell können Schmerzen nach einer Behandlung für kurze Zeit schlimmer werden, weil sich die Systeme an neue Gegebenheiten gewöhnen müssen. Das sollte aber niemals länger als einen, allerhöchstens zwei Tage dauern!

Kosten

Die Kosten werden derzeit noch nicht von den Krankenkassen übernommen, eine teilweise Refundierung ist aber möglich. Verschiedene Privatversicherer bieten Pakete für Komplementärmedizin an, die auch Osteopathie beinhalten. Die Honorare belaufen sich auf ca. € 70,-- bis € 120,-- pro Behandlung.

Dauer und Häufigkeit

Die Dauer der Behandlung liegt zwischen 30 und 60 Minuten. Die Häufigkeit der Behandlung richtet sich danach, wie akut der Zustand ist. Üblicherweise wird alle 2 bis 6 Wochen therapiert.

Hauptindikationen

Die Hauptindikationen sind: Störungen am Bewegungsapparat wie z. B.:
Beschwerden an Wirbelsäule, Nacken und Gelenken
- nach Unfällen (vor allem, wenn Störungen seit dem Unfall bestehen)
- nach Operationen
- Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
- nach Geburten
chronische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Regelbeschwerden, Reizblase,
Störungen im Hormonhaushalt, Infertilität
bei Babies Schlafstörungen, Saug- und Schluckstörungen, Hüftproblemen, Schrei- und Spuckkinder, Schielen, Schiefhals, Koliken,
nach schweren Geburten und Kaiserschnitt,
bei größeren Kindern Lern- und Konzentrationsstörungen, Bewegungsstörungen, Entwicklungsstörungen, beginnende Skoliosen (Wirbelsäulenverkrümmung), häufige Mittelohrentzündungen, Tubenkatarrhe, Paukenhöhlenerguß, Zahnfehlstellungen, Kieferregulierungen.

Bitte beachten Sie: Prophylaxe ist ein sehr wichtiges Gebiet der Osteopathie. Viele chronische Leiden sind verhinderbar!

Qualitätskriterien der Ausbildung

Qualitätskriterien der Ausbildung sind: 1500 Ausbildungsstunden über 5 - 6 Ausbildungsjahre.
Nach Absolvieren der sechsjährigen Ausbildung mit der klinischen Abschlußprüfung vor einer internationalen Jury erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.
Der Titel "Diplom-Osteopath" (D.O.) wird erst nach Vorlage einer wissenschaftlichen Diplomarbeit verliehen.